Wundheilungsstörung: Die Wundheilung verbessern

Wann genau liegt eine Wundheilungsstörung vor? Dieser Frage werden wir im Folgenden auf den Grund gehen. Sobald es bei dem natürlichen Wundheilungsprozess zu Komplikationen oder Verzögerungen kommt, spricht man von einer Wundheilungsstörung. In diesem Zuge wird auch von einer chronischen oder offenen Wunde gesprochen, denn selbst nach einer längeren Behandlungszeit kann diese manchmal gar nicht oder nur bedingt abheilen. Für Betroffene bergen offene Wunden ein besonders hohes Risiko für Infektionen. Sehr große Wunde, wie beispielsweise OP- Wunden, können sogar lebensbedrohliche Folgen herbeiführen.

Arzt verbindet einen Arm

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Sobald eine Wunde entsteht, beispielsweise aufgrund von äußeren (Gewalt-) Einwirkungen oder verschiedenen Erkrankungen, versucht ein gesunder Körper diese so schnell wie möglich wieder zu reparieren. Dass bedeutet, das zerstörte Gewebe wird durch Repariertes ersetzt. Durch eine Wundheilungsstörung kann dieser natürliche Prozess erschwert oder sogar unterbrochen werden. Eine Wundheilungsstörung kann verschiedene Ursachen aufweisen. Im Allgemeinen lässt sich feststellen, dass Wunden bei älteren Menschen meist ein wenig schlechter verheilen und der Heilungsprozess daher länger dauert (eine Wundheilungsstörung tritt bei über 60-jährigen circa drei Mal häufiger auf, als bei jüngeren Menschen). In der Regel wird eine Wundheilungsstörung von zwei verschiedenen Faktoren beeinflusst. Zum einen von dem Gesundheitszustand des Patienten, hierbei werden Erkrankungen, der Lebensstil und Medikamente berücksichtigt und zum anderen von der Art der Wundbehandlung. Nach einer OP sollte die Wunde immer adäquat verschlossen werden und die Fäden nicht verfrüht gezogen werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Wunde sich wieder öffnet oder nicht vollständig verheilen kann. Desweiteren können aber auch verschiedene Krankheiten (Krebs, Diabetes, Adipositas) oder eine Drogenabhängigkeit eine Wundheilungsstörung verursachen. Eine optimale Wundheilung kann zudem durch Eiweiß- und Vitaminmangel (insbesondere die Vitamine A, C, E, und D) hervorgerufen werden. Ebenso zählt eine Mangeldurchblutung, z.B. durch Zigarettenkonsum zu den entscheidenden Einflussfaktoren. Der behandelnde Arzt muss im Rahmen der Anamnese daher alle individuellen Faktoren (Lebensumstände und Erkrankungen) des Betroffenen berücksichtigen. Vor jedem größeren Eingriff und vor allen Operationen müssen die genannten Einzelspezifika unbedingt beachtet werden. Im Gegensatz zu einem gesunden Menschen, trägt ein Diabetiker nach einer OP ein fünf Mal so hohes Risiko mit sich, dass sich die Wunde entzündet. In einigen Fällen kann jedoch nicht genau festgestellt werden, was der Grund für eine schlecht heilende Wunde ist.

In den meisten Fällen ist eine Wundheilungsstörung – sollte sie nicht die Folge einer falschen Wundbehandlung sein – auf andere Erkrankungen (wie z.B. Krebs, Diabetes) oder auf bestimmte Lebensumstände, die die Wundheilung behindern können, zurückzuführen. Eine einfache Wundversorgung reicht in diesen Fällen meist nicht aus. Es muss daher nach den Ursachen geforscht werden, um eine Erklärung zu finden und die Wundheilung zu verbessern. Es kann sogar selten vorkommen, dass sich hinter einer chronischen (nicht durch Verletzung bedingten) Wunde ein bösartiger Tumor verbirgt.

 

Was tun bei einer Wundheilungsstörung?

Oftmals wird eine Wundheilungsstörung zu spät erkannt oder unterschätzt. Gesunde Menschen, deren Haut mit allen wichtigen Nährstoffen, Sauerstoff und Blut versorgt wird, können in der Regel innerhalb von zehn Tagen mit einer abgeheilten Wunde rechnen. Bei einer Grunderkrankung wie z.B. Diabetes Mellitus, kann der Körper die Wunde aufgrund einer chronischen Unterversorgung der Hautzellen, nicht vollständig verschließen, die Folge ist eine Wundheilungsstörung. Sollte auch Ihre Wunde nach zehn Tagen immer noch geöffnet sein oder große Mengen an Wundflüssigkeit herausfließen, dann sollten Sie so schnell wie möglich Ihren behandelnden Arzt kontaktieren.

Idealerweise sollte im Vorfeld der eigentlichen Wundbehandlung immer eine Feststellung der Grunderkrankungen und weiterer Einflussfaktoren, die die Wundheilung betreffen, vorausgehen. Die Wichtigkeit besteht darin, dass bei einigen Krankheiten bestimmte Medikamente nicht verordnet werden dürfen. Sollte ein Nährstoffmangel bestehen, so kann dieser durch eine einfache Supplementation unkompliziert behoben und eine bessere Wundheilung gewährleistet werden. Bei Diabetes sollte zunächst darauf geachtet werden, dass der Blutzuckerspiegel reguliert wird. Wird die Wundheilungsstörung aufgrund einer schlechten Durchblutung (z.B. durch arterielle Gefäßverschlüsse in den Beinen) verursacht, so kann diese mittels bestimmter Medikamente verbessert werden oder ein operativer Eingriff (Gefäßchirurgie) kann die Wundheilung fördern.

Eine entzündete Wunde sollte unverzüglich medikamentös (Antibiotika) behandelt werden. Es kann aber auch möglich sein, dass ein operativer Eingriff notwendig ist. Auch bei nicht-entzündeten Wunden kann es vorkommen, dass abgestorbenes Gewebe chirurgisch (Debridement) entfernt werden muss, um die Wundheilung zu verbessern. In den meisten Fällen werden jedoch nicht-entzündete kleinflächige Wundheilungsstörungen mittels einer sogenannten offenen Wundbehandlung (Sekundärheilung) therapiert. Diese Therapiemaßnahme umfasst tägliches Baden oder Abduschen der Wunde und/oder die Behandlung mit Hilfe von desinfizierenden (jodhaltigen) und enzymatischen Salben oder Lösungen. Bei besonders großen und chronischen Wunden werden im Zuge der modernen Wundtherapie unterschiedliche Methoden wie die Sauerstofftherapie, die Vacuumtherapie oder die enzym- und silberhaltigen Wundauflagen angewandt. Auch eine Eigenbluttherapie hat einen positiven Einfluss auf die Wundheilung, denn Thrombozyten spielen eine entscheidende Rolle bei dieser.

Vorbeugung einer Wundheilungsstörung

Zunächst einmal sollten alle Faktoren, die eine Wundheilungsstörung hervorrufen können, ermittelt und im Anschluss eliminiert werden. Betroffene sollten ihre Lebensumstände, die die Wundheilung beeinträchtigen, überdenken und möglichst verändern. Sie können beispielsweise den Kampf gegen das Übergewicht antreten, mit dem Rauchen aufhören, sich gesund ernähren und auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichten. Mit diesen Veränderungen können Durchblutungsstörungen und Mangelerscheinungen auf natürlichem Wege verbessert werden. Des Weiteren sollten bestehende Grunderkrankungen (Gefäßverschlüsse, Diabetes usw.) ärztlich behandelt werden. Auf eine professionelle Wundversorgung sollte zudem geachtet werden. Sollte Ihre Wunde auch nach mehreren Tagen keine Verbesserung aufweisen und kein Heilungsprozess erkennbar sein, dann sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt kontaktieren. Dieser wird die Wunde auf Infektionen untersuchen, um lebensbedrohliche Entzündungen ausschließen zu können. Vor jedem operativen Eingriff, sollten Sie die behandelnden Ärzte über alle bestehenden Mangelerscheinungen und Erkrankungen unterrichten.

Bevor Sie sich einem plastisch-ästhetischen Eingriff wie beispielsweise einer Nasenkorrektur oder einer Ohrkorrektur, unterziehen, beraten wie Sie gerne ausführlich hinsichtlich möglicher Risiken. Dr. Boorboor nimmt sich Zeit und geht in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen auf all Ihre individuellen Wünsche und Spezifika ein. Wir entwickeln ein komplett auf Sie abgestimmtes Behandlungskonzept, welches das Risiko einer Wundheilungsstörung weitreichend eindämmt. Sie können uns gerne jederzeit kontaktieren oder Sie besuchen unsere Homepage auf dr-boorboor.de.